Pfarrer Markus Thoms

4. Fastensonntag – C

27. März 2022

Liebe Gemeinde,

ungefähr in der Mitte der Fastenzeit sprechen die Texte und Gebete am heutigen Sonntag Laetare von Freude und freudiger Erwartung. Wie eine Überschrift über diesen Tag heißt es im Eröffnungsvers der sonntäglichen Liturgie: „Laetare Jerusalem!“ – „Freue dich!“ Auf dem Weg nach Ostern kommen wir dem Ziel näher. Ostern stellt die alte Schöpfungsordnung wieder her. Durch den Tod Jesu am Kreuz wird die alte Unordnung beseitigt. Die Wende vom Tod zum Leben ist vollzogen. Der Apostel Paulus lädt seine Zuhörer in der zweiten Lesung ein, die erwirkte Freiheit und Ordnung zu wahren, denn sie ist ein kostbares Gut. Der Friede und das friedliche Miteinander unter uns Menschen sind immer in Gefahr. Das wissen wir nicht erst seit dem Ausbruch des kriegerischen Konfliktes in der Ukraine. Viele fragen sich, warum ist es immer noch so schwer ist, dass Menschen in Frieden miteinander leben können? Paulus ruft uns in der Lesung zu: „Lasst euch mit Gott versöhnen!“ Vielleicht liegt darin der Schlüssel zum Erfolg. Die Welt leidet auch darunter, dass unsere Gesellschaft Gott mehr und mehr verdrängt hat. Ein weiterer Aspekt, der die Versöhnung mit Gott voraussetzt, ist die Versöhnung unter uns Menschen. Das Evangelium vom barmherzigen Vater ist die Einladung und Aufforderung an uns alle, im Alltag unseres Lebens – in Ehe und Familie – barmherzig zu sein und versöhnend zu wirken. So barmherzig wie es Gott uns vormacht. Trotz aller Schuld und Schwäche verzeiht er uns immer wieder und nimmt uns an. Wer aus dem Vertrauen aus Gott und in Gott lebt, der wird spüren, dass er auch in schweren Zeiten von diesem Gott getragen wird. Gott überfordert uns nicht über unsere Kraft. Er geht den Weg unseres Lebens mit – durch alles Dunkel hindurch. Denn seit Ostern wissen wir, dass der Tod zum Leben führt, das alles dunkel hell wird. So dürfen wir uns schon jetzt auf die österliche Zusage freuen, die wir in einem österlichen Lied gläubig bekennen: „Die ganze Erde staunt und bebt, weil Gottes Herrlichkeit anhebt; der Tod ist tot, das Leben lebt.“

 

Eine gute Woche im Zugehen auf das Osterfest wünscht Ihnen

Ihr Pastor Markus Thoms

Pfarrer Markus Thoms

3. Fastensonntag – C

20. März 2022

Liebe Gemeinde,

seit nunmehr vier Wochen herrscht in Europa Krieg. Was viele nicht für möglich gehalten haben, ist eingetreten. Es ist sehr schwierig und an dieser Stelle unmöglich, die Ursachen für den Ausbruch des Krieges darzustellen. Ist dieser Krieg aber nicht auch eine Folge, dass weltliche Herrscher nach dem immer mehr und immer größer greifen? Dabei wissen wir doch alle sehr genau, dass nichts für die Ewigkeit ist. Jeder Reichtum, jeder Glanz der Welt vergeht. Zu diesen Gedanken fand ich folgende Erzählung, die viele Menschen nach der Inthronisierung (Übernahme) des Papstamtes durch Papst Johannes XXIII. beeindruckt hat. Sie hat sich vor dem Konzil zugetragen, Papst Johannes XXIII. wurde 1958 zum Papst gewählt. Damals war es üblich, dass nach der Krönung des Papstes der Zeremoniar vor den Augen des neuen Pontifex drei Büschel Flachs entzündete, die durch das Feuer sofort zu Asche wurden. Dazu wurde die lateinische Formel „Sacnte Pater, sic transit gloria munde“ gesprochen. Übersetzt: „Heiliger Vater, so vergeht der Glanz der Welt.“ Auf den Papst bezogen bedeutete dieser Ritus, dass alles vergänglich ist. Der sterbliche Mensch soll die ihm verliehene Amtsvollmacht nicht als seinen persönlichen Reichtum sehen, sondern ihn zum demütigen und selbstlosen Dienst vor Gott und an den Menschen befähigen. Papst Johannes XXIII. hatte das offensichtlich verstanden, als er der jubelnden Volksmenge zugerufen haben soll: „Johannes, nimm dich nicht so wichtig.“
Der heutige Sonntag lädt auch uns ein, darüber nachzudenken und ins Bewusstsein zu rufen, dass nichts auf dieser Welt für die Ewigkeit ist. Dieser Sonntag will uns helfen, uns in dieses Bewusstsein neu einzuüben.

Eine gesegnete dritte Fastenwoche wünscht Ihnen

Ihr Pastor Markus Thoms

Pfarrer Markus Thoms

1. Fastensonntag – C

6. März 2022

Liebe Gemeinde,

am vergangenen Mittwoch hat die österliche Bußzeit, die Fastenzeit, begonnen. Jahr für Jahr will uns diese Zeit die Möglichkeit geben, innezuhalten, unser Leben neu auszurichten und uns auf das höchste Fest der Christenheit, das Osterfest, vorzubereiten. Im heutigen Evangelium hören wir, wie Jesus sich für 40 Tage in die Wüste zurückzieht. Parallel zum Volk Israel, das sich 40 Jahre mit Gott auf Wanderschaft durch die Wüste befand, ist Jesus 40 Tage unterwegs. Für Jesus steht in dieser Zeit Unter- und Entscheidung an. Jeder, der sich auf einen geistlichen Prozess einlässt, wird ähnliche Erfahrungen machen. Immer dann, wenn Menschen aus dem Glauben heraus ihr Leben gestalten wollen, spüren sie Gegenkräfte, die es ihnen schwer machen, sich in der bergenden und umfassenden Liebe Gotts fest zu machen. Das Ja zum Gott des Lebens muss immer wieder neu gesprochen werden, auch wenn es angesichts von Not, Leid und Sterben zur echten Herausforderung wird. Jesus selbst stand vor dieser Herausforderung angesichts seines nahenden Todes, auch er musste die Grundentscheidung angesichts seiner Passion neu treffen.

Am Beginn der Fastenzeit möchte ich Ihnen zwölf Anregungen von Schwester Renate Rautenbach SCC weitergeben und Sie einladen, darüber nachzudenken und in einen Austausch zu treten.

„Altbekannte Anregungen

1. Nimm deine innere Stimme wahr, überhöre sie nicht, prüfe sie. Sie könnte der Wegweiser zum Glück sein.

2. Lass dein Herz sprechen, nicht die vielen anderen Meinungsstimmen in und außerhalb von dir.

3. Höre alles, was der andere sagt. Nimm die Worte auf und die Zwischentöne und dann gib dir Zeit zu verstehen.

4. Werte aus, was du wahrnimmst. Alles enthält eine Botschaft, die dir etwas sagen kann.

5. Sei klar, eindeutig in deinen Worten und deinem Verhalten, aber nicht hart.

6. Begegne anderen mit Wohlwollen, auch wenn sie dir auf die Nerven fallen. Du bist für viele genauso.

7. Steh zu deinen Zweifeln und Ängsten. Such zu verstehen, was sie dir sagen wollen.

8. Vergleiche nicht. Du ziehst immer den Kürzeren.

9. Wertschätze deine Stärken. Versteck sie nicht, es sind Talente, die sich vermehren, wenn du sie zum Wohl aller einsetzt.

10. Widersteh dem Profilierungsdrang; er nützt weder dir noch anderen.

11. Arbeite an deinen Schwächen – und sei es auch nur, dass du sie annimmst. Du wirst erst noch vollendet.

12. In allem glaube, dass du in Gott gegründet bist. Hab ihn lieb und hänge ihm an.“

 

Ich wünsche Ihnen eine gute 1. Fastenwoche!

Ihr Pastor Markus Thoms

Fastenzeit

Fastenzeit 2021

Am Aschermittwoch hat die Fastenzeit, die Vorbereitung auf das Osterfest, begonnen. Auch in diesem Jahr möchten wir mit einigen geistlichen Angeboten diese besondere Zeit gestalten. Die Fastenzeit lädt uns ein, den Weg mit Jesus zu gehen. Bei Gott sitzen bedeutet IHN schauen (eucharistische Anbetung) und IHM zuzuhören (Hören des Wortes Gottes).

  1. Anbetung – Wochenende mit Gott 20. und 21. Februar 2021

An diesem Wochenende wollen wir eucharistische Anbetung halten. Am Samstag von 12:00 Uhr bis 16:45 Uhr in der Kirche St. Josef und am Sonntag von 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr in der Pfarrkirche St. Anna. Die Gläubigen sind eingeladen, in Stille vor dem allerheiligsten Altarsakrament zu verweilen und zu beten.

 

  1. Bibellese-Challenge

Wir laden Sie ein, die Heilige Schrift - die Bibel - zu lesen, zu meditieren und dem Wort Gottes nahe zu sein. Die Bibel zu lesen und sich darüber auszutauschen ist ein gemeinsames Tun. Leider geht das in dieser Zeit nicht in der uns bekannten Gemeinschaft. Daher wird diese Veranstaltung als Online-Veranstaltung durchgeführt. Die Firmlinge des vergangenen Jahres haben damit bei der Vorbereitung auf das Sakrament sehr gute Erfahrungen gemacht.

Die erste Möglichkeit ist, in 22 Stunden das gesamte Neue Testament zu lesen. Die Teilnehmenden sind eingeladen, jeden Tag eine halbe Stunde in der Bibel zu lesen. Man kann so, fast in der gesamten Fastenzeit (44 Tage) das Neue Testament lesen. Die Texte bzw. Textstellen werden den Teilnehmern täglich per E-Mail oder WhatsApp einen Abend vorher zugeschickt. Beginn des Bibellesens ist Sonntag, 21. Februar 2021. An drei Abenden wollen wir uns über die gemachten Erfahrungen austauschen. Termine dafür sind der  2. März, 16. März und der 30. März  2021, jeweils von 20:00 Uhr bis 20:30 Uhr per Zoom-App-Videokonferenz.  Den Link dazu erhalten Sie per Mail oder WhatsApp.

Für diejenigen, denen der Vorschlag nicht zusagt oder es zeitlich nicht möglich ist, gibt es eine weitere Möglichkeit der Teilnahme, die sogenannte Bibellese-Challenge.

Dabei werden die Evangelien nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes gelesen. Diese umfassen insgesamt 87 Kapitel. Jeder ist eingeladen, täglich zwei Kapitel zu lesen. Auch hier werden die Textstellen jeweils einen Abend vorher per Mail oder WhatsApp zugeschickt. Beginn ist auch hier der 21. Februar 2021. Einen Austausch hierzu gibt es auch an den oben genannten Dienstagen von 20:00 Uhr bis 20:30 Uhr per Zoom-App-Videokonferenz.

Papst Franziskus lädt uns ein, immer wieder in der Bibel zu lesen, sie niemals an die Seite zu legen, sondern aus ihr gleichsam unser Lebensprogramm zu entdecken. Um den Stellenwert des Wortes Gottes besonders hervorzuheben, hat er vor zwei Jahren eigens einen Sonntag im Jahr als Sonntag des Wortes Gottes eingerichtet. Aber noch wichtiger ist es dem Papst, im Alltag die Bibel zu lesen. Er gibt dazu einen ganz einfachen, aber konkreten Vorschlag: „Um in der Bibel zu lesen, bitten wir den Herrn um die Kraft, den Fernseher auszuschalten und die Bibel aufzuschlagen; das Handy beiseitezulegen und das Evangelium zur Hand zu nehmen. … Warum lesen wir … nicht auch allein, jeden Tag einen kurzen Abschnitt? Dies wird uns spüren lassen, dass der Herr nahe ist, und uns auf unserem Lebensweg mit Mut erfüllen.“

 

  1. Geistlicher Abend zum „Vater unser“

An diesen Abenden wollen wir uns in einer Gebetsatmosphäre dem „Vater unser“ nähern. Dies ist das Gebet, das Jesus seinen Jüngern zu beten aufgetragen hat. Jesus hat Gott mit Abba – Vater angesprochen. Es ist eines der ganz wenigen Worte, von denen wir wissen, dass Jesus sie selber ausgesprochen hat. Auch im Ölgarten, mit dem Tod vor Augen, hat Jesus Gott mit diesem vertrauten Namen angeredet. Jesus hat uns dieses Gebet nicht so sehr als Gebet gelehrt, sondern vielmehr wollte er uns durch dieses Gebet zeigen, wer wir sind und wofür wir gemacht sind.

An fünf Abenden wollen wir uns diesem Gebet nähern. Dabei haben wir Begleittexte von Ermes Ronchi, einem italienischen Ordensmann ausgewählt, der auch schon dem Papst und den Mitarbeitern im Vatikan Einkehrtage gehalten hat. Seine Sicht vom Glauben ist ermutigend und offen. In seinem Buch „Vater unser im Himmel“ führt er uns Schritt für Schritt in das Gebet Jesu und seine Beziehung zum himmlischen Vater ein.

Die Impulse bzw. der Austausch geschehen in einer Zoom-App-Videokonferenz. Die Zugangsdaten erhalten Sie per Mail. Wer keinen Zugang zur Zoom-App hat, kann auch über den Livestream der Pfarrei St. Anna teilnehmen (www.st-anna-neuenkirchen.de).

Termine der Abende sind:

  1. Februar, 3. März, 10. März, 17. März und der 24. März 2021, jeweils von 20:00 Uhr bis 20:30 Uhr.

Wer Interesse hat, kann sich per Mail bei Pater Antony ajyjacob@yahoo.com oder im Pfarrbüro stanna-neuenkirchen@bistum-muenster.de anmelden. Sie bekommen dann den Link für die Konferenz ebenfalls per E-Mail gesendet.

Ablauf des Abends:

Beginn mit einer Einleitung (Gebet, Lied, Musik…)

  1. Teil der Meditation wird vorgelesen

Unterbrechung mit Musik oder Lied

  1. Teil der Meditation wird vorgelesen

Jeder ist eingeladen, einen Satz, der ihn berührt hat, zu sagen.

Abschluss mit dem gemeinsamen „Vater unser“.

Der Abend beginnt jeweils um 20 Uhr und dauert ca. 30 Minuten.

Es kommt hier nicht so sehr darauf an alles im Kopf zu behalten, sondern das mit dem Herzen aufzunehmen, was einen von Jesus anspricht. Dieses darf man dann im Herzen bewahren.

 

  1. Triduumspredigten in der Karwoche

Am Montag, Dienstag und Mittwoch der Karwoche werden wir, wie in den Vorjahren, die Triduumspredigten hören. Die Gottesdienste feiern wir jeweils um 19:00 Uhr in der Pfarrkirche St. Anna. Sie werden auch per Livestream übertragen. Am Montag, den 29. März 2021 predigt Pfarrer Norbert Weßel aus Emsdetten, am Dienstag, 30. März 2021 kommt Spiritual Matthäus Niesmann aus Münster zu uns und am Mittwoch Pfarrer em. Dr. Wilfried Hagemann aus Bocholt. Nähere Informationen dazu bekommen Sie zu gegebener Zeit.

Fastenzeit1

Eine Anregung für die Fastenzeit

Mit Meditation durch die Fastenzeit

Still werden, wahrnehmen, aufmerksam sein für sich und Gott. Darum geht es bei den Online-Alltagsexerzitien, die die katholischen Bistümer im Norden Deutschlands in ökumenischer Kooperation unter dem Motto „Ich bin da“ anbieten.

Interessierte können sich auf einem vierwöchigen spirituellen Weg der Achtsamkeit begleiten lassen. Impuls-E-Mails mit Texten und Audios leiten sie an für eine tägliche, etwa 30 Minuten lange, Meditationszeit. Dazu können Sie sich durch eine Geistliche Begleiterin oder einen Geistlichen Begleiter per Mail, Telefon oder Videochat individuell unterstützen lassen.

Ein weiteres Angebot sind wöchentliche Video-Gruppentreffen mit Austausch und gemeinsamem Meditieren. Der Start ist am Aschermittwoch, dem 17. Februar, der Abschluss am 21. März 2021.

Die kontemplativen Alltagsexerzitien sind kostenfrei.

Hier kommen Sie auf die Seite der Online-Alltagsexerzitien "Ich bin da".

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KAB St. Josef – St. Michael: Einführung in die Fastenzeit

Alle Interessierten treffen sich am Donnerstag, den 27. Februar 2020  um 19.00 Uhr im Pfarrheim in St. Arnold. Wie in jedem Jahr wird es wieder eine meditative Einstimmung in die Fastenzeit geben. Anschließend werden wir in gemütlicher Runde unser traditionelles Fischessen anbieten. Ein Kostenbeitrag in Höhe von 6 Euro wird erhoben. Hierzu benötigen wir eine Anmeldung bis zum 20. Februar 2020. Diese nimmt Katrin Attermeyer unter Telefon: 05973 600105 entgegen.

Pfarrbüro St. Anna

Friedenstraße 6
48485 Neuenkirchen 

Tel. 05973 / 94 73 - 0
E-Mail: stanna-neuenkirchen@bistum-muenster.de 

Die Kirche sei immer ein Ort der Barmherzigkeit und Hoffnung, wo wir spüren, dass wir angenommen und geliebt sind und Vergebung erhalten.
— Papst Franziskus