Pastor Markus Thoms

7. Ostersonntag – A

24. Mai 2020

Liebe Gemeinde,

im heutigen Evangelium hören wir im Gebet Jesu den Höhepunkt seiner Abschiedsreden. Man könnte fast sagen, dass Jesus auf diese Stunde hinlebte. Er, der aus der Herrlichkeit des Vaters kam und seine Sendung darin sah, Gott auf Erden zu verherrlichen, indem er seinen Namen bekannt machte. Jesus betete: „Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht.“

Die bekannte Passion nach Johannes von Johann Sebastian Bach (+1750) beginnt mit einem großartigen Eingangschor, indem genau diese Begriffe aus dem Johannesevangelium den Ton angeben:

„Herr, unser Herrscher, dessen Ruhm

In allen Landen herrlich ist!

Zeig uns durch deine Passion,

Dass du, der wahre Gottessohn,

Zu aller Zeit,

Auch in der größten Niedrigkeit,

Verherrlicht worden bist!“

Ob wir Jesus als Menschen dieser Zeit auch so verstehen können, wie ihn Bach verstand? Irenäus von Lyon (+202) hat einmal gesagt: „Die Herrlichkeit Gottes ist der lebendige Mensch.“ Der Mensch, wenn ich ihn als Ebenbild Gottes wahrnehme und anerkenne, steht staunend und ehrfürchtig vor dem Geheimnis der Schöpfung. Dieser Mensch gibt dem Wort Herrlichkeit ein Gesicht. Und Papst Johannes Paul II. (+2005) schreibt: „… besonders der Mensch ist das Sichtbarwerden der Herrlichkeit Gottes, berufen, aus der Fülle des Lebens in Gott zu leben.“

Lassen wir uns neu auf diese Zusage ein, dass Gott in allem und zu allen Zeiten verherrlicht worden ist. Wir Menschen sind eingeladen, ihn in besonderer Weise zu verherrlichen und seine Gegenwart immer wieder zu verkünden. Gott ist und bleibt an unserer Seite und will sein Leben mit uns teilen. Diese Zusage ist mehr denn je notwendig – gerade in dieser schwierigen Zeit!

Eine gute Woche im Zugehen auf das Pfingstfest wünscht Ihnen

Ihr Pastor Markus Thoms

Johannes-Paul-II

Zum 100. Geburtstag von Johannes Paul II. – Ein Glaubenszeugnis

Es kostet mich Kraft über so persönliche Dinge zu erzählen, aber durch die Ermutigung Zeugnis zu geben, will ich es versuchen.

Was soll ich sagen, ich habe ein wenig Angst meine Geschichte zu erzählten.  Ich befürchte, dass mich Leute als Spinner bezeichnen.

Eigentlich  nahm  meine Beziehung zu Johannes Paul – das wurde mir jetzt erst klar – schon in der Jugend ihren Anfang. 1980  unternahm Johannes Paul II. seine erste Pilgerreise nach Deutschland und besuchte auch unsere Bischofsstadt Osnabrück. Ich war gerade mal 12 Jahre alt.

Bei nass kaltem Wetter im November machten wir uns mit der Pfarrgemeinde auf den Weg in das Stadion auf der Illoshöhe. Ich war ja fast noch ein Kind, aber die Ausstrahlung dieses Mannes hat mich irgendwie nie losgelassen.

Einige Jahre später habe ich ganz unbewusst, meine Abschlußarbeit in der 10. Klasse über Johannes Paul II. geschrieben. Warum gerade über ihn? Keine Ahnung!

Ich habe dann mit Vorliebe geliebt und 1987 sehr „früh“ geheiratet: eine wundervolle Frau. Dann kam unsere Tochter zur Welt und einige Jahre später unser Sohn.

Eigentlich wollte ich gern Profifußballer werden, aber die Situation ließ es nicht zu. Um die Familie zu ernähren, ergriff ich einen „soliden“ Beruf: Industriemechaniker.

Dann kam der Herbst 2004. Ich erkrankte von einem auf den anderen Tag schwer. Plötzlich konnte ich keine klaren Worte aussprechen.  Als habe ich zwei Promille im Blut, so sahen meine Bewegungen aus. Mein Hausarzt überwies mich in ein Krankenhaus nach Osnabrück.

Eine Vielzahl von Untersuchungen musste ich über mich ergehen lassen. Meine Frau und ich saßen aufgeregt vor den Ärzten als sie uns  ihre Diagnose mitteilten: MG Myasthenia gravis. (Anmerkung:  d. h. eine schwere Lähmung, die durch eine gestörte Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel gekennzeichnet ist. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, die aber noch nicht richtig erforscht ist.)  Es tut uns leid, aber Sie haben keine hohe Lebenserwartung.

Schließlich wurde ich im Februar 2005 in eine Spezialklinik nach Oldenburg eingewiesen. Ostern kam näher! Meine Gedanken kreisten um die Familie: Wie soll es weitergehen?  Ich hatte blanke Angst!

Im Süden Europas lag ein anderer Mann auf dem Krankenlager: Johannes Paul . Über den Fernseher verfolgte ich vom Krankenbett aus ganz genau die Entwicklung. Schließlich hieß es: Johannes Paul II. liegt im Sterben. Da hab ich mir ein Herz gefasst oder besser das Innerste meiner Seele bat flehentlich: Bitte, nimm doch meine Erkrankung auf dich und nimm sie mit, wenn du gehst.

Johannes Paul II. starb am 02. April 2005. Was dann mit mir geschah, war für mich und die Ärzte einfach nicht nachzuvollziehen. Ich hatte keine sprachlichen oder körperlichen Einschränkungen mehr.

Trotzdem bin ich in ein Loch gefallen, weil ich es nicht fassen konnte. Vom fast nicht mehr auf dieser Welt sein, kann plötzlich wieder zurück in das Leben! Was bin ich heute dankbar für meine Familie, für meine Frau und meine Kinder, die mich dann wachgerüttelt haben.

Danach erst begann ich langsam zu begreifen in welcher Beziehung Johannes Paul zu mir steht und welch eine Gabe mir geschenkt ist! Bis heute! Der Draht von Seele zu Seele steht.

(Das Glaubenszeugnis von Lui wurde aufgeschrieben von Maria Plog, Pastoralreferentin)

Johannes-Paul-II.2

Johannes Paul II. von A – Z

Angelus P. Johannes-Paul II. brachte neuen Wind in die Kirche. Alte Schätze wurden neu belebt. So wurde das sonntägliche Angelus-Gebet zum Anziehungspunkt für viele Pilger Rom-Pilger. Die meditative Würze gab es in Kürze dazu.

Barmherzigkeit – Der zweite Weltkrieg hatte die Menschheit nahe an den Abgrund der Zerstörung gebracht. Auf die Fragen nach Schuld und Versagen hatte Gott eine Antwort gegeben mit der Botschaft der göttlichen Barmherzigkeit durch die Ordensschwester Faustyna. Johannes-Paul II. machte sich zum Sprachrohr dieser Botschaft und wurde nicht müde sie in  Wort und Tat zu verkündigen. „Der Menschheit, die mitunter wie verloren zu sein scheint, beherrscht von der Macht des Bösen, des Egoismus und der Angst, dieser Menschheit bietet der auferstandene Herr seine Liebe zum Geschenk an – eine Liebe, die vergibt und versöhnt und den Geist mit frischer Hoffnung erfüllt; eine Liebe, die das herz verwandelt und Frieden gibt. Wie sehr bedarf die Welt des Verständnisses der Annahme der göttlichen Barmherzigkeit.“  Bleibend aktuell!!!

Chemiefabrik Nach dem Überfall der Deutschen 1939 werden die Universitäten geschlossen, Professoren und Intellektuelle werden  verschleppt und ermordet. Um der Zwangsdeportation zu entgehen, arbeitet Karol im Steinbruch einer Chemiefabrik. So versucht er sich und den alten Vater durch zu bringen.

Dichter In diese Besatzungszeit fallen auch seine ersten literarischen Werke. Er verfasste fünf Gedichtsammlungen und drei Dramen in seiner Zeit in Polen. Auch als Papst griff er abermals zur Feder und schrieb Gedichte, die unter dem Titel „Römisches Triptychon“ veröffentlicht wurden.                                                                                                                Kostprobe: Der Bergbach gerät nicht in Staunen, wenn er herabrauscht und schweigend die Wälder talwärts ziehen im Rhythmus des Baches                 – der Mensch aber. Er staunt! Die Schwelle, die die Welt in ihm überschreitet, ist die Schwelle der Staunens.“

Erdenkuss Drei Monate nach seiner Wahl bricht Johannes Paul zu seiner ersten Reise nach Mexiko auf. Als das Papstflugzeug landet, verblüfft  er die Weltöffentlichkeit: Er kniet auf dem Rollfeld nieder und küsst die Erde. Eine Geste, die er fortan jedesmal beim ersten Besuch eines Landes wiederholt.

Friedensgebet von Assisi P. Johannes-Paul II. lud im Oktober 1986 Vertreter der verschiedenen Religionen  zum Gebet um den Frieden nach Assisi ein.

„Der Friede ist, wo es ihn gibt, äußerst zerbrechlich. Er ist auf so vielfältige Weise bedroht und mit so unvorhersehbaren Folgen, daß wir uns darum bemühen müssen, ihn auf sichere Fundamente zu gründen. Ohne daß wir auf irgendeine Weise die Notwendigkeit von menschlichen Mitteln leugnen, die den Frieden erhalten und festigen, sind wir hier, weil wir uns dessen gewiß sind, daß wir über solche Maßnahmen hinaus das Gebet benötigen, das inständige, demütige und vertrauensvolle Gebet, wenn die Welt schließlich ein Ort wahren und dauerhaften Friedens werden soll. Deshalb ist dieser Tag ein Tag, der dem Gebet und all dem gewidmet ist, was mit dem Gebet zusammengeht: Stille, Wallfahren und Fasten.“ So heißt es in seiner Ansprache.

Gebet Sein Nachfolger im Amt P. Benedikt sagte: Das Gebet ist ein Schlüssel zum Verständnis von P. Johannes-Paul II. Die wichtigste Stunde im Tagesablauf ist die erste, es ist die Stunde des Gebetes vor dem ausgesetzten Allerheiligsten, weil alles Weitere sich daraus ergibt. Das gilt für sein ganzes Pontifikat. Es gibt keine Entscheidung vom ihm, die nicht eine Frucht des Gebetes ist.

Heiligsprechungen – Die langwierigen Heilig- und Seligsprechungsverfahren fallen dem Reformeifer von Johannes-Paul II. zum Opfer. Hätten Sie es gewusst: Unter seinem Pontifikat wurden 1820 Menschen heilig oder selig gesprochen. Ein wahrer Stau vor der Himmeltüre wurde endlich aufgelöst. Zu den im deutschsprachigen Raum bekannten zählen: Kardinal von Galen, Edith Stein, Karl Leisner, Adolf Kolping, Bernhard Lichtenberg.

Islam Im Jahr 2001 betritt Johannes-Paul II. als erster Papst in Damaskus ein Moschee.

Jubiläum – Höhepunkt des Pontifikats ist die Feier des großen Jubiläums im Jahr 2000, auf das sich die Kirche drei Jahre lang vorbereitet hat. Am Weihnachtsabend 1999 öffnet der Papst feierlich die heilige Pforte des Petersdoms als Zeichen dafür, dass Jesus Christus „die Tür zum Heil, zum Leben, zum Frieden ist“. Trotz seiner Gebrechen führt der Papst die Kirche in dritte Jahrtausend. Im Januar besucht er als erster Papst der Kirchengeschichte Ägypten. Am12. März bittet er in einem Aufsehen erregenden Bußgottesdienst im Petersdom um Vergebung für die Schuld der Kirche. (Mea Culpa) Ende März folgt seine Pilgerreise ins Heilige Land und der Besuch der wichtigsten biblischen Stätten.

Katechismus – P. Johannes Paul II. fasste einen kühnen Entschluss in einer sich stark verändernden Welt. Er entschied, dass Bischöfe aus aller Welt zusammen ein Buch schreiben sollten, in dem sie auf die Fragen antworten, was Christen eigentlich glauben, was die Kirche lehrt und wie sich das Ganze in die veränderte Kultur einfügt. Kardinal Josef Ratzinger fiel die Aufgabe zu aus den Beiträgen das Buch mit dem Titel Katechismus der Katholischen Kirche zusammen zu stellen.

Lolek Bei seiner Taufe erhielt er den Namen: Karol, Josef. Sein Spitzname in seiner Heimat ist und bleibt Lolek. Als  später sein jüdischer Schulfreund Jerzy Kluger in Rom ausfindig wiedertrifft, will er Karol – inzwischen Kardinal –  ihn mit „Eminenz“ ansprechen. Daraufhin packt ihn Wojtyla an den Schultern und sagt: Jurek, bist du verrückt, ich bin doch der Lolek!

Maria Eine tiefe Liebe und Verbundenheit mit Maria prägt ihn. Nicht zufällig findet sich in seinem Wappen das schlichte M unter dem Kreuz. Sein Wahlspruch: Totus tuus! Ganz dein!   Er verstand es sowohl als Ganzhingabe an Christus, wie auch als Ganzhingabe an Seine Mutter: „Totus tuus ego sum et omnia mea tua sunt“ – Ich bin ganz Dein und alles, was mein ist, ist Dein. Auch das Überleben des Attentats schrieb er der mütterlichen Sorge Mariens zu: Eine Hand hat die Kugel abgefeuert, eine andere hat die Kugel gelenkt.

Nova Huta Es sollte im kommunistisch beherrschten Polen die Stadt ohne Gott werden. Doch die atheistischen Machthaber hatten die Rechnung ohne die Gläubigen und ihrem Hirten gemacht. Die Arbeiter errichten auf einer Freifläche in Nowa Huta ein großes Kreuz, wo bei jeder Witterung vielbesuchte Gottesdienste stattfinden. Die Gläubigen legen schließlich selbst Hand an und so wird die Kirche trotz erbitterten Widerstand seitens der Politik errichtet.

Osten Nach 455 Jahren tritt ein Nichtitaliener, ein Mann aus dem Osten, ein Mann aus einem Land hinter dem Eisernen Vorhang  die Nachfolge Petri an. Wahrheit gehört auch: „Was in Osteuropa in den letzten Jahren geschehen ist, wäre nicht möglich gewesen ohne diesen Papst, ohne die große – auch politische – Rolle, die Johannes Paul II. im Weltgeschehen spielt. Aber ich habe einen besonderen Eindruck empfunden, als ob von diesem Mann eine Energie ausgeht, dank der man ein tiefes Gefühl des Vertrauens ihm gegenüber empfindet.“ so M. Gorbatschow.

Pilger Er sah sich immer als Pilger in den Fußstapfen des hl. Petrus und vor allem des Völkerapostels Paulus. Seine Sendung ist die Neuevangelisierung.

Quatsch – Johannes Paul II. beweist Humor. Nach der Einsetzung seiner Hüftprothese witzelt er gegenüber dem Chirurgen im Blick auf seine Gehhilfe: „Ich bin es, der den Stock trägt, nicht der Stock ist es, der mich trägt.“

Rosenkranz – 2002 kam eine kleine Sensation aus dem Vatikan: Neue Geheimnisse für den Rosenkranz! Fünf „lichtreiche“ Mysterien über das Reich Gottes fügte Johannes Paul II. dem Rosenkranz hinzu. Die fünf lichtreichen Geheimnisse

Jesus, der von Johannes getauft worden ist (Lk 3, 21–22) Jesus, der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat (Joh 2,1–12) Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat (Mk 1,14) Jesus, der auf dem Berg verklärt worden ist. (Lk 9,28–36) Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat (Mk 14,17–25)

Schauspiel Bevor Karol seine Berufung zum Priester erkannte, gehörte seine Leidenschaft der Literatur und dem Theater.  In der Krakauer Zeit trifft man sich im Untergrund und sieht die Pflege der polnischen Kultur auch als einen Weg des Widerstandes gegen die deutschen Besatzer an.

Solidarność – Johannes Paul II. trug wesentlich zur Bildung der Gewerkschaft und den gravierenden Umwälzungen in Polen bei. Auf sein Mitwirken beim Zusammenbruch des Kommunismus angesprochen, sagt er: Der Baum war schon morsch, ich habe nur noch einmal daran gerüttelt.

Tschenstochau Ausdruck seiner Marienfrömmigkeit sind die Wallfahrten zur Schwarzen Madonna, der Königin Polens.

Urbi et Orbi Unvergessen ist der Segen für die Stadt und den Erdkreis, der zu den Hochfesten Ostern und Weihnachten gespendet wird. Johannes-Paul II. verknüpfte diesen Segen mit Grüßen und Wünschen in den verschiedensten Sprachen. Ein pfingstliches Ereignis!

Versöhnung – P. Johannes Paul II. bat im Jahr 2000 ausdrücklich um Vergebung für die Vergehen, derer sich die Christen im Laufe ihrer langen Geschichte schuldig gemacht haben. Bei seinem Besuch im Heiligen Land betete er: „Auch die Christen haben sich schuldig gemacht, indem sie Menschen ausgrenzten und ihnen Zugänge verwehrten. Sie haben Diskriminierungen zugelassen auf Grund von unterschiedlicher Rasse und Hautfarbe. Verzeih uns, und gewähre uns die Gnade, die Wunden zu heilen, die deiner Gemeinschaft auf Grund der Sünde noch immer innewohnen, damit wir uns alle als Söhne und Töchter fühlen können.

Weltjugendtage Auf die Initiative von P. Johannes-Paul II. gehen die Weltjugendtage zurück. Zeit seines Lebens ist er der Jugend verbunden. Während der Zeit des Kommunismus in Polen traf er sich mit Jugendlichen bei Wanderungen und Kajakfahrten.  Er war davon beseelt: „Liebe Jugendliche! Ihr seid die Hoffnung der Kirche! Der Papst zählt auf euch, die Kirche zählt auf euch!“  „Wir brauchen die Lebensfreude der Jugend. In ihr spiegelt sich etwas von der ursprünglichen Freude wider, die Gott bei der Erschaffung des Menschen hatte.“ So bemerkt er an anderer Stelle.

Zweites Vatikanisches Konzil Das Konzil ist eines der bedeutendsten Ereignisse in der neueren Kirchengeschichte. P. Johannes Paul II. ist der erste Papst, der sozusagen vom Konzil geprägt wurde, denn er hat sein eigenes Priestertum und die Jahre seines bischöflichen Dienstes im Geist des Konzils gelebt und daraus dauerhafte Perspektiven für sein Denken und Handeln bezogen. (Agostino Casaroli) Durch seine aktive Teilnahme in Wort und Schrift macht er sich als junger Bischof bereits Beachtung.

Bei seiner Antrittsrede am 22. Oktober 1978 sagte Johannes Paul II. : Habt keine Angst! Öffnet, ja reißt die Tore weit auf für Christus! Seiner rettenden Macht öffnet die Grenzen der Staaten, die weiten Bereiche der Kultur, der Zivilisation und des Fortschritts.

In seiner Predigt anlässlich der Beerdigung von Johannes Paul II. sagte Kard. Joseph Ratzinger:

Am Anfang seines Pontifikats ging der heilige Vater noch jung und voller Kraft unter Christi Führung bis an die Grenzen der Erde. Aber dann trat er immer mehr in eine Gemeinschaft des Leidens mit Christus ein und verstand immer mehr die Wahrheit im Wort. Ein anderer wird dich gürten. Und in dieser Gemeinschaft mit dem leidenden Herrn hat er das Evangelium unermüdlich und mit neuer Stärke verkündet: das Geheimnis der Liebe, die bis zur Vollendung geht. Er hat für uns das österliche Geheimnis als Geheimnis des göttlichen Erbarmens gedeutet. In seinem letzten Buch schreibt er: Die dem Übel gesetzte Grenze ist eindeutig die göttliche Barmherzigkeit.

Wir können sicher sein, dass unser geliebter Papst jetzt am Fenster im Hause des Vaters steht, uns sieht und uns segnet.

Pfingsten

Pfingstnovene – verstaubt? Keineswegs!

Die Pfingstnovene ist für uns Christen so etwas wie die Inkubationszeit für die Ansteckung mit dem Heiligen Geist.

Der Infektionsherd lässt sich genau festmachen. Es ist eine Person: der gekreuzigte und auferstandene Herr Jesus Christus im Umfeld seiner Jünger. Hier ist auch das eigentliche Glutnest zu suchen, dessen Feuer sich dann von diesem Personenkreis über die damals bekannte Welt bis hinein in unsere Tage ausgebreitet hat. Dieser Geist hat das Antlitz der Erde für immer verändert hin zu mehr Menschlichkeit. Löscharbeiten sind zwecklos, denn der Geist weht wann und wo er will. Dabei ist die Lage der Jünger nach dem Kreuzestod Jesu alles andere als verheißungsvoll. Der Glaube und das Vertrauen der Jünger sind am Boden zerstört, sie stehen vor dem Scherbenhaufen ihrer Hoffnungen: „Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde!“  Ihre Treffen finden hinter verschlossenen Türen statt, aus Angst, dass ihnen die Jüngerschaft Kopf und Kragen kosten könnte. Selbstgewählte Quarantäne! Sie fallen in ihre alten Verhaltensweisen und Denkmuster zurück: Jeder ist sich selbst der Nächste. Es rette sich jeder selbst, wenn er kann. ICH-AG – FIRST!

Wie mühevoll muss es doch für Gott sein, den Menschen aus seiner alten, von den Vätern ererbten Lebensweise heraus zu locken, aus seinem steten Kreisen um sich.

Begreift ihr denn immer noch nicht! So hört man Jesus tief seufzen. Aber Jesus gibt seine Jünger der Mutlosigkeit und dem Dunkel nicht preis. Wie ein Bräutigam seine Braut von der Tragfähigkeit seiner Liebe überzeugt, so lässt Jesus keine Gelegenheit aus, seine Jünger aufzusuchen, ihnen zu begegnen. „Seht doch,  hier sind die Male der Nägel.  Mein Herz steht für immer offen. Meine Liebe ist nicht tot zu kriegen. Ich bin es und ich bin da, wo ihr seid!“

Der Glaube der Jünger bleibt auch nach den Begegnungen mit dem auferstandenen Christus zaghaft und brüchig. Doch nun ist die Zeit reif. Vor der Himmelfahrt Jesu schärft er seinen Jüngern ein: „Ich werde die Gabe des Heiligen Geistes, die mein Vater verheißen hat, zu euch senden. Bleibt  beieinander, bleibt in der Stadt und betet um die Gabe des Geistes.“  Wer hätte das gedacht? Diese Jünger bleiben tatsächlich beieinander, diese Jünger, die doch vom Temperament und von ihrem Streben so unterschiedlich sind, finden sich im Abendmahlssaal ein und flehen um die Kraft von oben.

Mitten unter den Jüngern ist eine Frau nicht weg zu denken: Maria!  Sie ist durch ihre Person der Infektionsbeschleuniger für den Heiligen Geist. Wo die Jünger verzagt sind, bleibt sie beharrlich. Wo die Jünger niedergeschlagen  sind, bleibt Maria guter Hoffnung. Wo die Jünger verstummen, erhebt sie ihre Stimme: „Meine Seele preist die Größe des Herrn.“

Warum ist Maria ein Infektionsbeschleuniger für den Heiligen Geist? Die Heilige Schrift spricht davon, dass Maria voll der Gnade ist, d.h. doch nichts anderes, als dass der Heilige Geist von Anfang an Zutritt zu ihr hat. Er  geht quasi bei ihr ein und aus. Der Geist Gottes ist bei Maria zu Hause. Vom Geist Gottes ist sie beseelt in ihrem Sein und Wirken.

Maria eint und hält die Jünger bei der Stange.  Gott sei Dank!

Und nun zu uns heute:

Ist das Verhalten der Jünger nicht durch die Zeiten hindurch immer auch ein Spiegelbild für uns?

Entdecken wir nicht  darin die Wahrheit über uns und Gottes Wirken heute? Fallen wir  nicht auch allzu leicht in alte Verhaltensmuster und Vorbehalte zurück – trotz Taufe und Firmung?

Lassen wir uns durch den Geist Gottes in eine heilige Unruhe versetzen, damit auch heute das Antlitz der Erde erneuert wird. Dazu lädt die Pfingstnovene besonders in diesem Jahr ein. In der St. Anna-Kirche wird in den neun Tagen vor Pfingsten die Möglichkeit der eucharistischen Anbetung ab 16:00 Uhr sein.  In der gegenwärtigen Situation der  vielfältigen Umwälzungen und Verunsicherungen in Kirche und Gesellschaft ist wohl nichts so von Nöten wie das Wirken des heilenden und heiligenden Geistes. Lassen wir uns anstecken mit seiner Freude, seiner Liebe, seinem Frieden und seinem Langmut.

Seien wir gewiss: Mit Maria im Boot der Kirche und im Boot unseres eigenen Lebens sind wir ein „Powerhaus“  für das Wirken des Heiligen Geistes – hier und jetzt .

Maria Plog, Pastoralreferentin

Pastor Markus Thoms

6. Ostersonntag – A

17. Mai 2020

Liebe Gemeinde,

von diesem Sonntag an hätten die Feiern der Erstkommunion stattgefunden, wenn die Corona-Krise nicht allen Beteiligten einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Das ist vor allem für die Kinder, die sich gemeinsam mit ihren Familien auf diesen Tag gefreut haben, sehr schade. Aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben: Die Erstkommunionfeiern werden wir am 27. September bzw. am 3. und 4. Oktober nachholen, wenn es die allgemeine Situation dann zulässt. Das Leitungsteam Erstkommunion hat sich in den vergangenen Wochen Gedanken gemacht, wie der eigentliche Erstkommuniontag dennoch ein besonderer Tag für die Kinder und ihre Familien werden kann. So haben wir kurz nach der Entscheidung, die Feiern abzusagen, jedem Kind einen Brief geschrieben und die Situation erklärt. An diesem Sonntag, am Christi Himmelfahrtstag und am kommenden Sonntag dürfen sich die Kommunionkinder des jeweiligen Tages in der Kirche eine kleine Überraschung abholen. Sie sollen spüren, dass sie nicht vergessen sind. Gemeinsam mit ihren Eltern – vielleicht auch mit den Paten – ist vielleicht möglich, an diesem Festtag mit gebührendem Abstand ein wenig beieinander sein zu können. Wir wünschen den Kindern, ihren Eltern und Paten einen guten Tag in den Familien und hoffen, dass dieser Tag auf ganz andere Weise unvergesslich bleibt.

Gottes Segen möge uns alle begleiten!
Ihr Pastor Markus Thoms

Marmeladenglas

Abschluss der Fastenaktion ISA

Ursprünglich hatte der Initiativkreis Südafrika geplant, die Fastenaktion „Marmeladenglas“ nach Ostern mit einem Gottesdienst zu beenden. Dieses war aufgrund des Gottesdienstverbotes bislang nicht möglich. Da die Gottesdienste in den kommenden Monaten nur unter sehr eingeschränkten Bedingungen stattfinden können, hat sich der Vorstand entschieden, die Fastenaktion zu beenden. Sie können die gefüllten Marmeladengläser ab sofort bis einschließlich Pfingsten zu den Gottesdiensten mit in die Kirche bringen, in der Buchhandlung Hubert oder bei Hans Rocker, Snedwinkelstraße 27 abgeben.

Kommunion-Aktion

Erinnerung an die eigene Erstkommunion – Fotoaktion in St. Anna

Die Feier der Erstkommunionen im Mai ist immer auch ein Anlass, sich an die eigene Erstkommunion vor einem Jahr, vor 5 Jahren, vor 15 Jahren oder vor 50 Jahren zurückzuerinnern. Leider können wir im Mai 2020 keine Erstkommunion feiern. Wir laden alle Katholikinnen und Katholiken ein, sich trotzdem das eigene Fest ins Gedächtnis zu rufen, die alten Fotoalben durchzublättern, ein Foto von sich als Erstkommunionkind herauszusuchen und uns dieses Foto zukommen zulassen.

Wir werden alle eingesendeten Fotos anonym auf unserer Facebook-Seite und auf unserer App posten und sie als Collage in unseren Kirchen ausstellen.

Die Fotos können in den Pfarrbüros in St. Arnold und in Neuenkirchen abgeben werden. Bitte notieren Sie Ihren Namen und Ihre Adresse auf dem Foto, unsere Sekretärinnen scannen das Bild und schicken es per Post an die angegebene Adresse zurück. Fotos können auch direkt per Mail an Marie Ramrath (ramrath-m@bistum-münster.de) oder per WhatsApp an folgenden Nummer: 0176-83266993 geschickt werden.

Einsendeschluss ist der 15. Mai 2020.

St. Anna 48485 Neuenkirchen

Ordnerdienste gesucht

Da wir damit rechnen müssen, mehrere Monate Gottesdienste unter den besonderen Bedingungen zu feiern, sind wir nach wie vor auf Ordnerdienste angewiesen. Dankenswerterweise haben sich schon eine ganze Reihe Freiwilliger gemeldet. Wenn Sie sich ebenfalls vorstellen können, mit zu helfen, dann melden Sie sich bitte im Pfarrbüro, Tel.: 9473-0. Für den Monat Mai werden wir von Woche zu Woche planen, ab Juni möchten wir gerne einen monatlichen Plan erstellen. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

St. Anna-Innenraum

Wiederbeginn der Gottesdienste

Am Donnerstag haben wir mit der Feier der Gottesdienste begonnen. An diesem Wochenende werden wir zum ersten Mal die Feier an einem Sonntag erleben. Es wird für alle Beteiligten eine neue und sehr ungewohnte Erfahrung werden. Deshalb bitte ich Sie um Geduld. Wir sind an die restriktiven Vorgaben der Landesregierung gebunden. Es ist wichtig, dass wir diese Vorgaben einhalten, damit uns die Feier der Gottesdienste nicht wieder genommen wird. Wir werden in den nächsten Wochen die Situation beobachten und die gemachten Erfahrungen auswerten. Sie werden über die Entscheidungen der Gremien bzw. des Krisenstabes immer auf dem Laufenden gehalten.

Pastor Markus Thoms

5. Sonntag der Osterzeit – A

10. Mai 2020

Liebe Gemeinde,

wenn auch der Muttertag kein kirchliches Fest ist, so ist er doch im Bewusstsein vieler Menschen tief verankert. Sicherlich lässt sich über manche Auswüchse im kommerziellen Bereich streiten, dennoch glaube ich, dass der Muttertag seine Berechtigung hat. Dazu möchte ich Ihnen an diesem Sonntag eine kleine Geschichte weitergeben:

Die Rechnung!

Eines Abends, als die Mutter gerade das Abendessen kochte, kam der elfjährige Sohn in die Küche, mit einem Zettel in der Hand. Er überreichte den Zettel mit einem seltsamen, amtlich anmutenden Gesichtsausdruck seiner Mutter, die sich daraufhin die Hände in der Schürze abwischte, den Zettel entgegennahm, und zu lesen begann:

Für das Rasenmähen: 2 Euro………
Für das Aufräumen meines Zimmers: 8 Euro
Weil ich Milch holen gegangen bin: 1 Euro
Weil ich drei Nachmittage auf meine kleine Schwester aufgepasst habe: 12 Euro
Weil ich zwei Einsen geschrieben habe: 8 Euro
Weil ich jeden Tag den Müll raus bringe: 3 Euro
Insgesamt: 34 Euro.

Die Mutter blickte sanft ihren Sohn an. Es kamen ihr unzählige Erinnerungen ins Gedächtnis. Dann nahm sie einen Stift, und begann auf einen anderen Zettel zu schreiben:

Für neun Monate lang unter meinem Herzen tragen: 0 Euro
Für alle durchwachten Nächte, die ich an deinem Krankenbett verbrachte: 0 Euro
Für das viele Im-Arm-halten und Trösten: 0 Euro
Für das Auftrocknen deiner Tränen: 0 Euro
Für alles, was ich dir Tag für Tag beigebracht habe: 0 Euro
Für jedes Frühstück, Mittagessen und alles, was ich dir zubereitete: 0 Euro
Für mein Leben, was ich dir jeden Tag gebe: 0 Euro
Insgesamt: 0 Euro

Als sie fertig war, gab die Mutter mit einem Lächeln den Zettel ihrem Sohn in die Hand. Das Kind las es, und zwei große Tränen liefen aus seinen Augen. Dann drückte er den Zettel an sein Herz, und schrieb im Anschluss auf seine eigene Rechnung:

ALLES BEZAHLT!

Und die Mutter nahm ihren Sohn in den Arm und beide spürten wie sie einander brauchten und wie lieb sie sich haben.

So wünsche ich allen Müttern heute einen gesegneten Muttertag! Mögen Sie trotz des Kontaktverbotes die Verbundenheit spüren.

Einen guten Sonntag!
Ihr Pastor Markus Thoms

Pfarrbüro St. Anna

Friedenstraße 6
48485 Neuenkirchen 

Tel. 05973 / 94 73 - 0
E-Mail: stanna-neuenkirchen@bistum-muenster.de 

Die Kirche sei immer ein Ort der Barmherzigkeit und Hoffnung, wo wir spüren, dass wir angenommen und geliebt sind und Vergebung erhalten.
— Papst Franziskus