26. Juli – Gedenktag der heiligen Anna und des heiligen Joachim

Am Sonntag, 26. Juli 2020 feiern wir das Patronatsfest unserer Pfarrei. Ein wenig möchte ich Ihnen aus dem Leben der heiligen Anna weitergeben.

„Die heilige Anna ist die Mutter Marias und damit Großmutter Jesu.

Der Name Anna kommt aus dem Hebräischen und bedeutet „Jahwe hat sich erbarmt“. Er steht für Liebe, Gnade, Anmut. Das Neue Testament berichtet nichts über Anna und ihren Mann Joachim. Namentlich erwähnt werden die Großeltern Jesu zum ersten Mal im so genannten Protoevangelium des Jakobus, einer apokryphen Schrift. Es erzählt folgende Legende: Anna und Joachim sehnen sich viele Jahre vergeblich nach einem Kind. Immer wieder bitten sie Gott darum. Nach langen Jahren endlosen Wartens erscheint Joachim in der Wüste ein Engel und verkündet ihm die Geburt einer Tochter. Auch seine Ehefrau Anna erlebt eine Engelerscheinung und die Verheißung eines von Gott auserwählten Kindes. Anna und Joachim sprechen über die gemeinsame Vision. Nach neun Monaten kommt ein Mädchen zur Welt. Die Eltern nennen es Maria. Im Alter von drei Jahren bringen sie die Tochter zum Tempel in Jerusalem. An diesen Tag erinnert noch heute das Fest „Mariä Opferung“ am 21. November. Auffällig sind Parallelen zu anderen biblischen Erzählungen, die von der Geburt eines für die Heilsgeschichte bedeutsamen Nachkommens berichten. Wie Abraham und Sara durften sich auch Anna und Joachim im hohen Alter über ein Kind freuen. Und wie Maria ein Engel erschien, um ihr die Geburt eines Sohnes zu verkünden, so erschien Anna und Joachim ebenfalls ein Engel mit der guten Nachricht über die baldige Geburt einer von Gott auserwählten Tochter.

Anna und Joachim sollen in der Nähe des Bethesda-Teiches in Jerusalem gewohnt haben. Dort wurde im Jahr 1142 die St.-Anna-Kirche errichtet. Sie ist die älteste erhaltene Kreuzfahrerkirche. Als Sultan Saladin Jerusalem 50 Jahre später eroberte, machte er aus ihr eine Koranschule. Davon zeugt noch heute eine arabische Inschrift über dem Hauptportal. Erst im Jahr 1856 gelangte das Gebäude wieder in christlichen Besitz. Es war ein Geschenk des damaligen Sultans an Napoleon III. – als Dank für dessen Unterstützung beim Krimkrieg. Nach umfassenden Restaurierungsarbeiten übernahmen die „Weißen Väter“, ein katholischer Orden, die St.-Anna-Kirche. Sie zählt zu den schönsten noch erhaltenen romanischen Kirchen in ganz Jerusalem.

Im Jahr 1481 ließ Papst Sixtus IV. den Gedenktag der Anna in den römischen Kalender aufnehmen. Und 1584 legte Papst Gregor XIII. ihren Festtag auf den 26. Juli. In dieser Zeit erreichte die Verehrung der Heiligen Anna ihren Höhepunkt. Ihr zu Ehren wurden Kirchen und Kapellen gebaut. Da Anna an einem Dienstag gestorben sein soll, wird an diesem Tag besonders an sie gedacht – vor allem an den neun Dienstagen vor Ostern. Im Rahmen des Annenkults entstanden zahlreiche Bruderschaften, die den Namen der Heiligen trugen. Sie bildeten sich aus Laienbewegungen. Die Mitglieder hielten eigene Andachten, veranstalteten Wallfahrten und Prozessionen.

Zahlreiche Legenden und Wundererzählungen, aber auch Bilder, stammen aus dieser Zeit, etwa die im deutsch-niederländischen Raum beliebten Darstellungen der Anna Selbdritt. Dieser Ausdruck bedeutet „zu dritt“ oder „Teil einer Dreiergruppe“. In der christlichen Ikonographie ist die Heilige Anna nämlich oft mit ihrer Tochter Maria und dem Jesuskind dargestellt worden. […]

wird. Anna ist Patronin der Mütter, Hausangestellten, aber auch einiger Handwerksberufe und der Bergleute. […]“

Text von Margret Nußbaum unter: www.katholisch.de

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— Papst Franziskus