Gottesdienstordnung während Corona

Liebe Gemeinde,

seit Monaten befinden wir uns aufgrund der Corona-Pandemie in einem Ausnahmezustand. Erstmalig in der Kirchengeschichte wurde uns auch die Feier von Gottesdiensten durch unseren Bischof untersagt. Das war für alle ein schmerzlicher Einschnitt. Inzwischen sind erste Lockerungen eingetreten und wir haben am 7. Mai unter erheblichen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen mit der eingeschränkten Feier der Gottesdienste begonnen. Wir haben ein Hygienekonzept entworfen, welches auch durch das Ordnungsamt der Gemeinde Neuenkirchen überprüft und angenommen wurde. Demnach können bei allen Abstandsregeln in der Pfarrkirche St. Anna 60 Sitzplatzeinheiten und in der Filialkirche St. Josef 30 Sitzplatzeinheiten vergeben. Da Familien und Personen, die in einem Haushalt leben, zusammensitzen dürfen, kann es durchaus sein, dass wir mehr als 60 bzw. 30 Personen Platz geben können. Durch die sich ständig ändernde Corona-Schutzverordnung stehen wir immer wieder vor neuen Heraus- und Anforderungen. So sind wir z.B. seit dem 30. Mai 2020 durch das Land Nordrhein-Westfalen verpflichtet worden, bei jedem Gottesdienst jeden einzelnen Teilnehmer schriftlich zu erfassen, um die Rückverfolgbarkeit im Falle einer Infektion zu gewährleisten und die Namen an die Gesundheitsbehörden weiterzugeben.

Als wieder die Möglichkeit bestand, Gottesdienste zu feiern, haben wir im Krisenstab eine eingeschränkte Gottesdienstordnung für die Corona-Zeit beschlossen. Grundlage bei allen Überlegungen war, möglichst vielen Gläubigen die Teilnahme an den Gottesdiensten zu ermöglichen. Dabei haben wir immer auch wieder betont, es sich gut zu überlegen am Gottesdienst teilzunehmen, sofern man einer Risikogruppe angehört. Selbstverständlich bleibt es im letzten bei einer Entscheidung des einzelnen. Die inzwischen an verschiedenen Stellen aufgetretenen Fälle von Neuinfektionen in Frankfurt, Bremerhaven und Mecklenburg-Vorpommern machen deutlich, dass gerade Gottesdienste in geschlossenen Räumen eine erhebliche Gefahr der Infizierung darstellen. Wenn auch insgesamt die Zahlen der Infizierten zurückgehen, so befinden wir uns mitten in der Pandemie und dürfen alles andere als nachlässig werden.

Um die Sicherheits- und Abstandsregeln einzuhalten und möglichst eine hohe Teilnehmerzahl zu ermöglichen, haben wir uns im Krisenstab seinerzeit für die derzeit gültige Gottesdienstordnung entschieden. Dabei hat die Pfarrkirche St. Anna aufgrund ihrer Größe mehrere Gottesdienste, um möglichst vielen Gläubigen eine Teilnahme zu ermöglichen. Die derzeit gültige Ordnung muss neben der Beachtung der Hygienevorschriften auch gewährleisten, dass die Zelebranten, Küster und Kirchenmusiker ihre Dienste leisten können. Die Zahlen der Teilnehmenden in den vergangenen Wochen und die positiven Rückmeldungen haben deutlich gemacht, dass die Anzahl der Gottesdienste derzeit ausreichend ist. Natürlich hat es auch kritische Anmerkungen gegeben. Wir können die Bedenken gut verstehen, bitten Sie jedoch auch um Verständnis, dass wir derzeit keine weiteren Gottesdienste anbieten können. Wir beobachten die allgemeine und die konkrete Lage vor Ort ständig und werden bei bestehender Notwendigkeit die Gottesdienstzeiten ergänzen. Bald beginnen die Sommerferien, in denen wir auch in den letzten Jahren immer eine eingeschränkte Gottesdienstordnung gehabt haben. Auch die Priester und weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden größtenteils in Urlaub sein, so dass wir von daher schauen müssen, wie wir das bestehende Programm mit den vorhandenen Arbeitskräften bewältigen und ggf. ergänzen können.

Die derzeit gültige Gottesdienstordnung gilt zunächst solange, bis wir zur Normalität zurückkehren können, d.h. solange bis wir keinen Impfstoff haben und die Behörden uns auf die Hygieneordnungen einschl. der Abstandsregeln verpflichten. Wir fahren bei allen Überlegungen auf Sicht und werden ggf. kurzfristig entscheiden. Gottesdienste sollen immer auch Orte der Gemeinschaft und nicht der Vereinzelung sein. Schon vor Corona haben wir flächendeckend in unserem Bistum registriert, wie sehr die Zahl der regelmäßigen sonntäglichen Gottesdienstbesucher zurückgeht.

Wir hoffen und wünschen uns aus dem Krisenstab, Pfarreirat und Kirchenvorstand, dass Sie unsere Überlegungen mittragen und vielleicht selbst überlegen, wie es möglich ist, jemandem zu helfen, der den Gottesdienst besuchen möchte. Gerade die Nachbarschaftshilfe hat ja in den letzten Monaten viele positive Beispiele hervorgebracht. Vielleicht besteht die Möglichkeit jemanden aus der Nachbarschaft seine Dienste in einer Mitfahrgelegenheit anzubieten.

Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und bitten Sie herzlich um Ihr Wohlwollen und Ihre Geduld. Ihnen und Ihren Familien wünschen wir eine erholsame Ferienzeit und Gottes Segen.

Bleiben Sie gesund.

Pfarrer Markus Thoms

Heinz-Jürgen Schenk, stellv. Vorsitzender des Kirchenvorstandes

Daniel Feiting, Vorsitzender des Pfarreirates

Pfarrbüro St. Anna

Friedenstraße 6
48485 Neuenkirchen 

Tel. 05973 / 94 73 - 0
E-Mail: stanna-neuenkirchen@bistum-muenster.de 

Die Kirche sei immer ein Ort der Barmherzigkeit und Hoffnung, wo wir spüren, dass wir angenommen und geliebt sind und Vergebung erhalten.
— Papst Franziskus