Johannes Paul II. von A – Z

Angelus P. Johannes-Paul II. brachte neuen Wind in die Kirche. Alte Schätze wurden neu belebt. So wurde das sonntägliche Angelus-Gebet zum Anziehungspunkt für viele Pilger Rom-Pilger. Die meditative Würze gab es in Kürze dazu.

Barmherzigkeit – Der zweite Weltkrieg hatte die Menschheit nahe an den Abgrund der Zerstörung gebracht. Auf die Fragen nach Schuld und Versagen hatte Gott eine Antwort gegeben mit der Botschaft der göttlichen Barmherzigkeit durch die Ordensschwester Faustyna. Johannes-Paul II. machte sich zum Sprachrohr dieser Botschaft und wurde nicht müde sie in  Wort und Tat zu verkündigen. „Der Menschheit, die mitunter wie verloren zu sein scheint, beherrscht von der Macht des Bösen, des Egoismus und der Angst, dieser Menschheit bietet der auferstandene Herr seine Liebe zum Geschenk an – eine Liebe, die vergibt und versöhnt und den Geist mit frischer Hoffnung erfüllt; eine Liebe, die das herz verwandelt und Frieden gibt. Wie sehr bedarf die Welt des Verständnisses der Annahme der göttlichen Barmherzigkeit.“  Bleibend aktuell!!!

Chemiefabrik Nach dem Überfall der Deutschen 1939 werden die Universitäten geschlossen, Professoren und Intellektuelle werden  verschleppt und ermordet. Um der Zwangsdeportation zu entgehen, arbeitet Karol im Steinbruch einer Chemiefabrik. So versucht er sich und den alten Vater durch zu bringen.

Dichter In diese Besatzungszeit fallen auch seine ersten literarischen Werke. Er verfasste fünf Gedichtsammlungen und drei Dramen in seiner Zeit in Polen. Auch als Papst griff er abermals zur Feder und schrieb Gedichte, die unter dem Titel „Römisches Triptychon“ veröffentlicht wurden.                                                                                                                Kostprobe: Der Bergbach gerät nicht in Staunen, wenn er herabrauscht und schweigend die Wälder talwärts ziehen im Rhythmus des Baches                 – der Mensch aber. Er staunt! Die Schwelle, die die Welt in ihm überschreitet, ist die Schwelle der Staunens.“

Erdenkuss Drei Monate nach seiner Wahl bricht Johannes Paul zu seiner ersten Reise nach Mexiko auf. Als das Papstflugzeug landet, verblüfft  er die Weltöffentlichkeit: Er kniet auf dem Rollfeld nieder und küsst die Erde. Eine Geste, die er fortan jedesmal beim ersten Besuch eines Landes wiederholt.

Friedensgebet von Assisi P. Johannes-Paul II. lud im Oktober 1986 Vertreter der verschiedenen Religionen  zum Gebet um den Frieden nach Assisi ein.

„Der Friede ist, wo es ihn gibt, äußerst zerbrechlich. Er ist auf so vielfältige Weise bedroht und mit so unvorhersehbaren Folgen, daß wir uns darum bemühen müssen, ihn auf sichere Fundamente zu gründen. Ohne daß wir auf irgendeine Weise die Notwendigkeit von menschlichen Mitteln leugnen, die den Frieden erhalten und festigen, sind wir hier, weil wir uns dessen gewiß sind, daß wir über solche Maßnahmen hinaus das Gebet benötigen, das inständige, demütige und vertrauensvolle Gebet, wenn die Welt schließlich ein Ort wahren und dauerhaften Friedens werden soll. Deshalb ist dieser Tag ein Tag, der dem Gebet und all dem gewidmet ist, was mit dem Gebet zusammengeht: Stille, Wallfahren und Fasten.“ So heißt es in seiner Ansprache.

Gebet Sein Nachfolger im Amt P. Benedikt sagte: Das Gebet ist ein Schlüssel zum Verständnis von P. Johannes-Paul II. Die wichtigste Stunde im Tagesablauf ist die erste, es ist die Stunde des Gebetes vor dem ausgesetzten Allerheiligsten, weil alles Weitere sich daraus ergibt. Das gilt für sein ganzes Pontifikat. Es gibt keine Entscheidung vom ihm, die nicht eine Frucht des Gebetes ist.

Heiligsprechungen – Die langwierigen Heilig- und Seligsprechungsverfahren fallen dem Reformeifer von Johannes-Paul II. zum Opfer. Hätten Sie es gewusst: Unter seinem Pontifikat wurden 1820 Menschen heilig oder selig gesprochen. Ein wahrer Stau vor der Himmeltüre wurde endlich aufgelöst. Zu den im deutschsprachigen Raum bekannten zählen: Kardinal von Galen, Edith Stein, Karl Leisner, Adolf Kolping, Bernhard Lichtenberg.

Islam Im Jahr 2001 betritt Johannes-Paul II. als erster Papst in Damaskus ein Moschee.

Jubiläum – Höhepunkt des Pontifikats ist die Feier des großen Jubiläums im Jahr 2000, auf das sich die Kirche drei Jahre lang vorbereitet hat. Am Weihnachtsabend 1999 öffnet der Papst feierlich die heilige Pforte des Petersdoms als Zeichen dafür, dass Jesus Christus „die Tür zum Heil, zum Leben, zum Frieden ist“. Trotz seiner Gebrechen führt der Papst die Kirche in dritte Jahrtausend. Im Januar besucht er als erster Papst der Kirchengeschichte Ägypten. Am12. März bittet er in einem Aufsehen erregenden Bußgottesdienst im Petersdom um Vergebung für die Schuld der Kirche. (Mea Culpa) Ende März folgt seine Pilgerreise ins Heilige Land und der Besuch der wichtigsten biblischen Stätten.

Katechismus – P. Johannes Paul II. fasste einen kühnen Entschluss in einer sich stark verändernden Welt. Er entschied, dass Bischöfe aus aller Welt zusammen ein Buch schreiben sollten, in dem sie auf die Fragen antworten, was Christen eigentlich glauben, was die Kirche lehrt und wie sich das Ganze in die veränderte Kultur einfügt. Kardinal Josef Ratzinger fiel die Aufgabe zu aus den Beiträgen das Buch mit dem Titel Katechismus der Katholischen Kirche zusammen zu stellen.

Lolek Bei seiner Taufe erhielt er den Namen: Karol, Josef. Sein Spitzname in seiner Heimat ist und bleibt Lolek. Als  später sein jüdischer Schulfreund Jerzy Kluger in Rom ausfindig wiedertrifft, will er Karol – inzwischen Kardinal –  ihn mit „Eminenz“ ansprechen. Daraufhin packt ihn Wojtyla an den Schultern und sagt: Jurek, bist du verrückt, ich bin doch der Lolek!

Maria Eine tiefe Liebe und Verbundenheit mit Maria prägt ihn. Nicht zufällig findet sich in seinem Wappen das schlichte M unter dem Kreuz. Sein Wahlspruch: Totus tuus! Ganz dein!   Er verstand es sowohl als Ganzhingabe an Christus, wie auch als Ganzhingabe an Seine Mutter: „Totus tuus ego sum et omnia mea tua sunt“ – Ich bin ganz Dein und alles, was mein ist, ist Dein. Auch das Überleben des Attentats schrieb er der mütterlichen Sorge Mariens zu: Eine Hand hat die Kugel abgefeuert, eine andere hat die Kugel gelenkt.

Nova Huta Es sollte im kommunistisch beherrschten Polen die Stadt ohne Gott werden. Doch die atheistischen Machthaber hatten die Rechnung ohne die Gläubigen und ihrem Hirten gemacht. Die Arbeiter errichten auf einer Freifläche in Nowa Huta ein großes Kreuz, wo bei jeder Witterung vielbesuchte Gottesdienste stattfinden. Die Gläubigen legen schließlich selbst Hand an und so wird die Kirche trotz erbitterten Widerstand seitens der Politik errichtet.

Osten Nach 455 Jahren tritt ein Nichtitaliener, ein Mann aus dem Osten, ein Mann aus einem Land hinter dem Eisernen Vorhang  die Nachfolge Petri an. Wahrheit gehört auch: „Was in Osteuropa in den letzten Jahren geschehen ist, wäre nicht möglich gewesen ohne diesen Papst, ohne die große – auch politische – Rolle, die Johannes Paul II. im Weltgeschehen spielt. Aber ich habe einen besonderen Eindruck empfunden, als ob von diesem Mann eine Energie ausgeht, dank der man ein tiefes Gefühl des Vertrauens ihm gegenüber empfindet.“ so M. Gorbatschow.

Pilger Er sah sich immer als Pilger in den Fußstapfen des hl. Petrus und vor allem des Völkerapostels Paulus. Seine Sendung ist die Neuevangelisierung.

Quatsch – Johannes Paul II. beweist Humor. Nach der Einsetzung seiner Hüftprothese witzelt er gegenüber dem Chirurgen im Blick auf seine Gehhilfe: „Ich bin es, der den Stock trägt, nicht der Stock ist es, der mich trägt.“

Rosenkranz – 2002 kam eine kleine Sensation aus dem Vatikan: Neue Geheimnisse für den Rosenkranz! Fünf „lichtreiche“ Mysterien über das Reich Gottes fügte Johannes Paul II. dem Rosenkranz hinzu. Die fünf lichtreichen Geheimnisse

Jesus, der von Johannes getauft worden ist (Lk 3, 21–22) Jesus, der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat (Joh 2,1–12) Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat (Mk 1,14) Jesus, der auf dem Berg verklärt worden ist. (Lk 9,28–36) Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat (Mk 14,17–25)

Schauspiel Bevor Karol seine Berufung zum Priester erkannte, gehörte seine Leidenschaft der Literatur und dem Theater.  In der Krakauer Zeit trifft man sich im Untergrund und sieht die Pflege der polnischen Kultur auch als einen Weg des Widerstandes gegen die deutschen Besatzer an.

Solidarność – Johannes Paul II. trug wesentlich zur Bildung der Gewerkschaft und den gravierenden Umwälzungen in Polen bei. Auf sein Mitwirken beim Zusammenbruch des Kommunismus angesprochen, sagt er: Der Baum war schon morsch, ich habe nur noch einmal daran gerüttelt.

Tschenstochau Ausdruck seiner Marienfrömmigkeit sind die Wallfahrten zur Schwarzen Madonna, der Königin Polens.

Urbi et Orbi Unvergessen ist der Segen für die Stadt und den Erdkreis, der zu den Hochfesten Ostern und Weihnachten gespendet wird. Johannes-Paul II. verknüpfte diesen Segen mit Grüßen und Wünschen in den verschiedensten Sprachen. Ein pfingstliches Ereignis!

Versöhnung – P. Johannes Paul II. bat im Jahr 2000 ausdrücklich um Vergebung für die Vergehen, derer sich die Christen im Laufe ihrer langen Geschichte schuldig gemacht haben. Bei seinem Besuch im Heiligen Land betete er: „Auch die Christen haben sich schuldig gemacht, indem sie Menschen ausgrenzten und ihnen Zugänge verwehrten. Sie haben Diskriminierungen zugelassen auf Grund von unterschiedlicher Rasse und Hautfarbe. Verzeih uns, und gewähre uns die Gnade, die Wunden zu heilen, die deiner Gemeinschaft auf Grund der Sünde noch immer innewohnen, damit wir uns alle als Söhne und Töchter fühlen können.

Weltjugendtage Auf die Initiative von P. Johannes-Paul II. gehen die Weltjugendtage zurück. Zeit seines Lebens ist er der Jugend verbunden. Während der Zeit des Kommunismus in Polen traf er sich mit Jugendlichen bei Wanderungen und Kajakfahrten.  Er war davon beseelt: „Liebe Jugendliche! Ihr seid die Hoffnung der Kirche! Der Papst zählt auf euch, die Kirche zählt auf euch!“  „Wir brauchen die Lebensfreude der Jugend. In ihr spiegelt sich etwas von der ursprünglichen Freude wider, die Gott bei der Erschaffung des Menschen hatte.“ So bemerkt er an anderer Stelle.

Zweites Vatikanisches Konzil Das Konzil ist eines der bedeutendsten Ereignisse in der neueren Kirchengeschichte. P. Johannes Paul II. ist der erste Papst, der sozusagen vom Konzil geprägt wurde, denn er hat sein eigenes Priestertum und die Jahre seines bischöflichen Dienstes im Geist des Konzils gelebt und daraus dauerhafte Perspektiven für sein Denken und Handeln bezogen. (Agostino Casaroli) Durch seine aktive Teilnahme in Wort und Schrift macht er sich als junger Bischof bereits Beachtung.

Bei seiner Antrittsrede am 22. Oktober 1978 sagte Johannes Paul II. : Habt keine Angst! Öffnet, ja reißt die Tore weit auf für Christus! Seiner rettenden Macht öffnet die Grenzen der Staaten, die weiten Bereiche der Kultur, der Zivilisation und des Fortschritts.

In seiner Predigt anlässlich der Beerdigung von Johannes Paul II. sagte Kard. Joseph Ratzinger:

Am Anfang seines Pontifikats ging der heilige Vater noch jung und voller Kraft unter Christi Führung bis an die Grenzen der Erde. Aber dann trat er immer mehr in eine Gemeinschaft des Leidens mit Christus ein und verstand immer mehr die Wahrheit im Wort. Ein anderer wird dich gürten. Und in dieser Gemeinschaft mit dem leidenden Herrn hat er das Evangelium unermüdlich und mit neuer Stärke verkündet: das Geheimnis der Liebe, die bis zur Vollendung geht. Er hat für uns das österliche Geheimnis als Geheimnis des göttlichen Erbarmens gedeutet. In seinem letzten Buch schreibt er: Die dem Übel gesetzte Grenze ist eindeutig die göttliche Barmherzigkeit.

Wir können sicher sein, dass unser geliebter Papst jetzt am Fenster im Hause des Vaters steht, uns sieht und uns segnet.

Pfarrbüro St. Anna

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Die Kirche sei immer ein Ort der Barmherzigkeit und Hoffnung, wo wir spüren, dass wir angenommen und geliebt sind und Vergebung erhalten.
— Papst Franziskus