Der Kirchenneubau
| Ansichtsskizze des Architekten Wilhelm Rinklake. |
| 1907 befand sich in der neuen St. Anna-Kirche noch der Altar aus der alten Kirche. |
Nachdem die Genehmigung am 10. Juni 1896 erteilt war, begann der Kirchenbau
zügig. Dafür waren nicht nur viele Sandsteine nötig, die eine Firma aus Recke lieferte. Deshalb baute die Firma Bullermann & Wand in Sutrum-Harum eigens für den Kirchenbau eine Ziegelei. Zeitweise waren bis zu 60 Arbeiter auf der Baustelle beschäftigt. Ein tragischer Unglücksfall ereignete sich am 1. Juli 1898: Der Jugendliche Christian Marks stürzte vom Hauptgewölbe und verletzte sich dabei so schwer, dass er kurz danach verstarb.
Am 27. September erlebte die Pfarrgemeinde einen großen Feiertag: Bischof Hermann Dingelstad weihte die St. Anna Pfarrkirche ein. Dazu hatte sich der ganze Ort herausgeputzt wie noch nie, über 40 Ehrenbögen waren in ganz Neuenkirchen aufgestellt. Während des Pontifikalamtes sang erstmals der neue gemischte Kirchenchor.
Im Januar 1900 beschloss der Kirchenvorstand, die alte Kirche und das alte Pastoratsgebäude zum Abbruch zu verkaufen. Der Bauunternehmer Franz Evers kaufte beide Gebäude für 5.500 Goldmark.
Die neue Kirche war zwar im Rohbau fertig, es fehlte aber noch die Innenausstattung. Alle Neuenkirchener Schreiner fertigten Bänke an, die Schnitzereien besorgte der Bildhauer Rösgen aus Münster. Die ersten drei Glocken trafen am 12. März 1900 ein, die vom Borromäusverein gestiftete Turmuhr schlug erstmals am 20. Juli. 1911/12 hat J. Renard aus Kevelaer die Kirche so ausgemalt, dass der Kirchenraum einen einheitlichen Eindruck bekam. Die Innenausstattung wurde nach und nach vervollständigt: 1926 wurde die Kanzel eingebaut, die vom Mütterverein gestiftet worden ist. Wann der von Heinrich Brey geschaffene Kreuzweg (Ölgemälde) in die Kirche kam, ist nicht genau bekannt.