Renovierungen

Die erste Renovierung der Kirche war bereits 1928 nötig, nachdem ein Feuer das Dach über der Apsis und dem Chorraum zerstörte und das Löschwasser große Schäden an den Gewölben über dem Hauptaltar anrichtete. Bei den folgenden Dachdeckerarbeiten geschah erneut ein schlimmes Unglück: Der Dachdeckerlehrling Walter Hemsing und der Geselle Karl Arnold stürzten vom Dach und kamen dabei ums Leben.

Da die ursprüngliche Ausmalung schon 1937 nicht mehr dem Zeitgeschmack entsprach, malte Heinrich Brey die Kirche neu aus. Bis auf die Flächen im Chor und über den Seitenaltären wurde alles mit schlichter weißer Farbe übermalt. Die Motive der Wandgemälde über den Seitenaltären drückten eine Trotzhaltung gegenüber dem politischen Zeitgeist aus: Der Nationalsozialismus sah im Christentum eine Frucht des verachteten Judentums und hielt daher den christlichen Glauben für die nordische Rasse für wesensfremd. Die Neuenkirchener Kirchenbilder drückten das Gegenteil aus: Sie zeigten den Friesen St. Ludger, der an den Ufern der Ems firmt und den Sachsenherzog Widukind, der sich taufen lässt. Hier stellen sich also zwei germanische Persönlichkeiten, denen man Mannhaftigkeit und Mut nicht absprechen kann, in den Dienst Christi.

Die nächsten größeren Reparaturen standen zur 50-Jahr-Feier der Kirche an: Die eisernen Rahmen und Sprossen der Fenster waren zum Teil durchgerostet, so dass der Regen an vielen Stellen eindringen konnte.

1956 fiel die Orgel aus. Weil eine Reparatur kaum möglich war, beschloss der Kirchenvorstand, für 58.000 DM eine neue, größere Orgel mit 55 klingenden Registern anzuschaffen. Außerdem wurde die Empore um vier Meter abgesenkt, um die Akustik zu verbessern und weil das große Radfenster über dem Hauptportal bisher verdeckt war. Anfang November wurden schließlich die 4.600 Pfeifen der neuen Orgel – viele Teile der alten Orgel konnten wieder verwendet werden – aufgebaut.

Im November 1969 gründete sich ein Bauausschuss, der eine umfangreiche Renovierung vorbereiten sollte. Die Kirche musste neu ausgemalt werden, weil eingedrungenes Wasser die Wände beschädigt hatte, wegen der in Kraft getretenen liturgischen Reformen musste der Altarraum umgestaltet werden. Außerdem mussten die elektrischen Leitungen und das Heizsystem dringend erneuert werden. 1972 begannen die rund 825.000 DM teuren Bauarbeiten. Die Gottesdienste fanden während der rund viermonatigen Bauzeit in der Aula der Realschule statt. Bei den abschließenden Malerarbeiten kam die erste Ausmalung von 1911 wieder zum Vorschein. Das Landesdenkmalamt entschied, dass sie so wertvoll sei, dass sie wieder hergestellt werden müsse.

1988 mussten die Kirchendächer für 465.000 DM neu mit Schiefer eingedeckt werden. 1995 wurde bei einer Kontrolle festgestellt, dass die Türme stark beschädigt waren und dringend repariert werden mussten. Vor allem die Holzkonstruktion war zum Teil stark beschädigt. Außerdem mussten Teile der Wände neu verfugt werden. Die Kosten beliefen sich auf rund 560.000 DM.

Bereits 1992 wurde die Kirche erweitert: Weil die Sakristei für die größer gewordenen Messdienergruppen zu klein geworden war und auch der Heizungsraum nicht mehr in Ordnung war, beschloss der Kirchenvorstand die Sakristei durch einen Anbau zu vergrößern. Die Kosten von 430.000 DM trug zum größten Teil das Genaralvikariat.